Umgang mit Sexualität in der Pflege und Betreuungsarbeit

Vannessa del Rae

Sex im Alter und Sexualassistenz für Menschen mit Einschränkungen - noch immer ein Tabuthema!?

Ziele:

  • Aufklärung
  • Dem Thema mit Leichtigkeit begegnen
  • Menschen wird mit Selbstverständlichkeit ihre Sexualität zugestanden
  • Sexuelle Bedürfnisse, erkennen, akzeptieren und unterstützen
  • Pflegende und Betreuende können und müssen sich schützen
  • Umgangs- und Handlungsmöglichkeiten finden und umsetzen

 

Thema

Das Bedürfnis nach Nähe, Berührung, Verbindung und Sexualität hört niemals auf. Aus sehr unterschiedlichen Gründen ist das Bedürfnis oft unterdrückt, verschüttet oder durch Glaubenssätze, Moralvorstellungen und Konditionierungen tabuisiert.

Pflegende und Betreuende besitzen eine Schlüsselfunktion. Genau dann, wenn Menschen von der Unterstützung Anderer abhängig werden, können bzw. müssen Außenstehende plötzlich über Grundbedürfnisse bestimmen. Im Falle des sexuellen Bedürfnisses greift kein Expertenstandard.

Unsicherheit, häufig auch Intoleranz im Umgang mit Sexualität, knappe Zeitressourcen und nicht zuletzt die persönlichen Grenzen und Schamgrenzen der Betreuenden entscheiden darüber, inwieweit Sexualität in Pflegeeinrichtungen gelebt werden kann.

Auf der andere Seite sind Betreuende oder Bewohner(innen) - öfter als angenommen - sexuellen Übergriffen ausgesetzt. Sie äußern sich auf vielfältige Weise. An dieser Stelle sei angemerkt, dass ein Übergriff nur selten aus Boshaftigkeit geschieht, viel mehr ist es ein Symptom für ungelebte Sexualität.

Übergriffe werden als traumatisch erlebt und verletzen die Persönlichkeit von Pflege- und Betreuungskräften. Reaktionen sind Scham, Ekel, Abwehr und Aggression, um nur einige zu nennen. Nicht selten tragen Betroffene über lange Zeit das Erlebte mit sich herum, weil sie sich nicht trauen darüber zu sprechen.

Als eine Generation, die einen - zumindest vordergründig - weniger verkrampften Zugang zu dem Thema besitzt, können wir einiges tun, um Menschen, die unsere Unterstützung brauchen, zu helfen und einen selbstverständlichen Umgang mit Nähe, Distanz und Sexualität zu erreichen.

Fragestellungen und Inhalte

  • Besprechung spezieller Situationen / Welche Situationen haben die Betroffenen erlebt?
  • Wie sind sie damit umgegangen? / Wie könnten sie anders damit umgehen?
  • Wo sind die Grenzen und wie viel Toleranz können wir aufbringen?
  • Wie können wir unsere Sichtweise und Haltung verändern?
  • Was haben wir bereits getan bzw. was können wir noch tun, um Menschen in ihrer Sexualität zu unterstützen?
  • In Rollenspielen die Situation von Betroffenen und eigene Reaktionen erkennen
  • Eigene Berührungsängste mit dem Thema abbauen
  • Bedeutung von gelebter Sexualität für den Alltag erkennen
  • Gesundheitsaspekte
  • Sexuelle Übergriffe auf Personal, Angehörige oder andere PatientInnen/BewohnerInnen als Symptom
    erkennen
  • Wahrnehmen und ernst nehmen von sexuellen Bedürfnissen
  • Welche Bedeutung haben Generationenkonflikte, religiöse Überzeugungen, Moralvorstellungen, Konditionierung, Erziehung und Erfahrungen der Beteiligten für den Umgang mit Sexualität?
  • Erarbeitung von Lösungs- und Unterstützungsmöglichkeiten
Umfang: Eintägige Fortbildung / 8 x 45 Minuten
09.00 - 16.00 Uhr
Termin: 05.09.2020
Veranstaltungsort: Bergische Diakonie Aprath
Bildungszentrum
Hofkamp 108
42103 Wuppertal
Dozentin: Vannessa del Rae
Sensuality School Berlin
Kosten: 130,00 € (inkl. Mittagsbuffet)

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